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Braucht’s uns noch?

Das BetterWorkCamp 2026 im Coworking

Fünftes Barcamp ausverkauft: Wie der Mensch im KI-Zeitalter die Richtung vorgibt

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„Braucht’s uns noch im Zeitalter KI?“ Mit dieser bewusst provokanten Frage ging das #betterworkcamp am Freitag, 16. Oktober 2026, im Coworking Kemnath in die fünfte Runde.

Unter dem Motto „Human in the Loop“ diskutierten die Teilnehmenden im komplett ausverkauften Haus, wie Menschen in der Region Innovation, Wachstum und Künstliche Intelligenz selbst gestalten, statt nur zuzuschauen. Zwölf Impulsgeber, vier Session-Slots und viele offene Gespräche sorgten für einen Nachmittag, dessen Stimmung bis zur After-Session-Party anhielt.

Ein Nachmittag voller Begegnung

Die Rückmeldungen nach dem Barcamp sprechen für sich: zufriedene Teilnehmende, eine sensationelle Stimmung und Gespräche, die auch nach dem offiziellen Ende weitergingen. Eine Stimme brachte es so auf den Punkt:

„Das kann man gar nicht in Worte fassen, was Du, Thomas, hier auf die Beine stellst. Einfach super, welche „verrückten“ Leute Du immer wieder zusammenbringst – das ist einfach so wichtig und einmalig – danke.“

Genau das ist der Kern des Coworking Kemnath: Menschen aus ganz unterschiedlichen Branchen kommen zusammen, vernetzen sich und denken gemeinsam weiter. Auch die Impulsgeber kamen aus Hochschule, Bauwirtschaft, Bankwesen, Beratung und Technologie – und genau diese Mischung machte die Diskussionen so lebendig.

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Schnell ins Gespräch kommen

Die Idee, das Thema „Human in the Loop“ in den Mittelpunkt zu stellen, wuchs bei Gastgeber Thomas Völkl schon früh. Im Zentrum stand die Frage, wo wir Menschen in einer Welt voller KI noch eine Rolle spielen und Einfluss nehmen können. Diese Frage hat viele bewegt: Das Barcamp war schnell ausverkauft, und schon im Vorfeld gingen spannende Impulse ein.

Um 14 Uhr startete Thomas Völkl das Barcamp im vollen Coworking mit einer kurzen Vorstellung der Idee, ein paar Infos zu den Werten des Hauses und dem Give-away-Tisch für gelebte Nachhaltigkeit. Erste kurze Kennenlernrunden brachten die Teilnehmenden schnell miteinander ins Gespräch. Anschließend übergab er die Moderation an Stefan Kopp von Clarity+, der nun schon zum fünften Mal bewährt und professionell durch das Barcamp führte. Die Spielregeln waren schnell erklärt: Jede und jeder ist mitverantwortlich für einen guten Nachmittag, und wer merkt, dass er an der falschen Stelle sitzt, folgt dem Gesetz der zwei Füße. Das Wichtigste zum Mitnehmen? Kontakte und Netzwerk, denn die halten nach.

Der Nachmittag folgte dem bewährten Barcamp-Rhythmus mit vier Session-Slots und je drei parallelen Sessions. Die Tafel mit vorgeschlagenen Themen füllte sich schnell, und nach den ersten beiden Session-Runden pitchten die Teilnehmenden ihre eigenen Themen. Per Voting entschied die Gruppe, was auf die Agenda kam, sodass am Ende alle Themenslots gefüllt waren. Zum Abschluss um 18 Uhr gab es Feedbackrunde und Zusammenfassung mit einer Blitzlichtrunde: Was war dein Aha-Effekt, und was magst du teilen? Ab 18:30 Uhr ging der Austausch bei der After-Session-Party weiter.

Die Impulse beim #betterworkcamp

Zwölf Impulsgeber lieferten die Denkanstöße für die Sessions. So unterschiedlich ihre Perspektiven waren, so deutlich zog sich ein Gedanke durch alle Beiträge: Die Technik ist da, offen ist, wer sie steuert, prüft und verantwortet. Einige Beispiele:

Prof. Dr. Stefan Uebelacker von der OTH Amberg-Weiden / Campus Kemnath fragte in seinem Impuls „Heißer KI-Scheiß“, wie heiß der KI-Hype wirklich ist. Sein Plädoyer: Wir dürfen, sollen und können dem Thema positiv begegnen. Die Diskussionen rund um den Vortrag zeigten, wie groß der Wissensdurst in der Region ist.

Martin Braun, Geschäftsführer von NeuroForge räumte unter dem Titel „Kollege KI: Erst die Daten, dann die Taten“ mit einem verbreiteten Irrtum auf: Über den Erfolg von KI entscheidet nicht das nächste Tool oder das beste Modell, sondern ein solides Fundament aus klaren Prozessen, belastbaren Daten und eindeutigen Verantwortlichkeiten. Wo stattdessen Datenchaos herrscht, wächst die Komplexität, aber nicht der Nutzen. Wie es besser geht, zeigte er an einem Beispiel aus der Fertigung: Produziert wurden 829 Teile, gebucht waren 1.000 – und geliefert werden musste trotzdem. Ein KI-Assistent in Teams erkennt solche Abweichungen, weist darauf hin und bittet den Menschen um Klärung. Erst wenn die Daten wieder zusammenpassen, bestätigt er den Abschluss. Seine Quintessenz passt zum Motto des Nachmittags: KI übernimmt die Routine, der Mensch die Verantwortung. (Unterlagen: Kollege KI – Erst die Daten dann die Taten)

Dr. Stefan König von der Bauunternehmung W. Markgraf trieb in „Verantwortung statt Autopilot“ die Frage um, wie wir alle Mitarbeitenden durch diesen Wandel führen. Sein roter Faden: Innovation beginnt mit Verantwortung. Im Mittelpunkt steht nicht „Was kann KI?“, sondern „Welche Zukunft wollen wir mit KI gestalten?“ Dazu zeigte er drei Stufen der Arbeit mit KI – vom AI User über den AI-enabled Professional bis zum AI Orchestrator, der Copilots und Agents arbeiten lässt und sich auf Steuerung, Ausnahmefälle und Entscheidungen konzentriert. Seine Warnung: Tool-Einführung ist noch keine Transformation. Wer Menschen zu spät einbezieht oder eine einmalige Schulung mit Befähigung verwechselt, verschenkt Potenzial. Sein Leitsatz: Der Mensch bleibt am Steuer. (Unterlagen: KI bei MARKGRAF Barcamp 2026)

Ina Mauerer von der Sparkasse Nördliche Oberpfalz ging der Frage nach „Wie digitalisiert man Vertrauen?“ Für eine Sparkasse ist Vertrauen das höchste Gut, gebaut auf Kompetenz, Transparenz und Verlässlichkeit. Sie zeigte, wo KI schon heute hilft: Betrug wird in Sekunden erkannt, Beratungsgespräche werden vorbereitet, und Standardfragen lassen sich auch am Sonntag klären. Offen sprach sie aber auch über Herausforderungen wie die Versuchung, Ergebnisse nicht mehr zu prüfen. Ihr Leitsatz: Bots fürs Einfache, Menschen fürs Existenzielle. Und ihre These: Menschen vertrauen keiner KI. Sie vertrauen dem, der dafür geradesteht. (Unterlagen: Wie digitalisiert man Vertrauen)

Reinhard Graf vom Digitalen Denkraum beschrieb in „Human in the Loop – vom Ausführenden zum Steuernden“ KI als Spiegel, nicht als Orakel, denn Sprachmodelle destillieren, was Menschen geschrieben und gedacht haben. In einer Live-Demo ließ er drei KI-Bots auf einem lokalen Modell zusammenarbeiten – Analyse, Prüfung, Angebotsentwurf –, ohne dass Daten das Haus verlassen. Human in the Loop heißt für ihn mehr als ein abschließender Klick auf „Freigeben“: Der Mensch bestimmt die Fragestellung mit, versteht die Annahmen und kann Vorschläge ablehnen. Als Denkwerkzeug gab er drei Regler mit: Sache, Sozial/Mensch und Zeit. Kein Regler darf auf null stehen. (Unterlagen: Human-in-the-Loop-Praesentation)

Jessica Laxa von der THD begann mit einem Bild: Ein guter Handwerker kennt seine Werkzeuge, ein großer weiß, wann er sie weglegt. In „Knowing When to Stop“ zeigte sie, was kein Prompt ersetzen kann. Dazu stellte sie ChatGPT, Claude und Gemini dieselbe moralische Grundsatzfrage – erst neutral, dann mit einem zugespitzten Szenario. Schon die erste Antwort fiel unterschiedlich aus, und mit dem Szenario verschoben sich die Antworten spürbar. Ihre Beobachtung: Sprachmodelle spiegeln oft die Haltung, die im Prompt mitschwingt. Laut ihren Folien bestätigen sie die Meinung der Nutzer rund 50 Prozent häufiger als Menschen, selbst wenn sie falsch ist. Am Beispiel des autonomen Fahrzeugs wurde zudem klar: KI urteilt nicht, sie führt aus, was Menschen vorher festgelegt haben. Ihr Schluss: Urteilsvermögen braucht Verantwortung, und Verantwortung braucht einen Menschen, der im Moment präsent ist und für das Ergebnis einsteht. (Unterlagen: KnowingWhenToStop)

Was vom #betterworkcamp bleibt

Das erste Fazit: KI nimmt uns Ausführung ab, aber keine Verantwortung. Ob vom Menschen am Steuer die Rede war, von der Person, die für eine Entscheidung geradesteht, vom Wechsel vom Ausführenden zum Steuernden oder vom Urteilsvermögen als knappster Ressource – alle Impulse liefen auf dieselbe Antwort hinaus. Wo die Tragweite wächst, muss der Mensch gründlicher prüfen, nicht schneller abnicken.

Das zweite: Ein Tool einzuführen ist noch keine Transformation. Wirkung entsteht, wenn Menschen früh beteiligt werden, im Alltag üben dürfen und wissen, welche Perspektiven sich für sie öffnen. Dazu gehört auch Klarheit darüber, was man ganz bewusst noch nicht der KI überlässt.

Und drittens sind Vertrauen und Datenhoheit echte Wettbewerbsvorteile. Wer offen macht, wo KI im Einsatz ist, jede Entscheidung erklären kann und Menschen die Wahl lässt, hat bei Kundinnen, Kunden und Mitarbeitenden die besseren Karten – gerade in der Region.

Die Titelfrage des Barcamps, „Braucht’s uns noch?“, beantwortete der Nachmittag deshalb recht einhellig mit Ja. Nicht als Klickbutton, sondern als Menschen, die entscheiden, Verantwortung übernehmen und auch mal zwischen den Zeilen lesen.

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Danke an unsere Partner

Kein Barcamp ohne Unternehmen und Organisationen, die sich gemeinsam mit den Menschen im Coworking auf den Weg in die Arbeitswelt der Zukunft machen. Ein großes Dankeschön geht an unsere Premium-Partner IGZ (Michael Wachsmann), die Raiffeisenbank Oberpfalz NordWest eG (Roman Melzner), die Sparkasse Nördliche Oberpfalz (Ina Mauerer), die Bauunternehmung W. Markgraf GmbH & Co. KG (Dr. Stefan König), die Canor Schallschutz GmbH (Horst Kutzner-Rexin) und die NeuroForge GmbH & Co. KG (Martin Braun).

Premium-Partner

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Kooperationspartner

Ebenso danken wir unseren Kooperationspartnern Clarity+, Campus Kemnath, Gründernetzwerk Nordoberpfalz, Haider Bioswing und Heimatunternehmer sowie allen Impulsgebern und Teilnehmenden, die mitgedacht und mitdiskutiert haben und das Barcamp zu dem gemacht haben, was es ist.

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Beim abschließenden Get-together blieb dann viel Raum zum Netzwerken und Nachklingenlassen – an der Kaffeebar und bei feinen Dips, XXL-Brezen und fruchtigen Nachspeisen vom Rauchkessel.

Wieder einmal steht fest: Es braucht solche Räume für Diskussion, Begegnung und Ideenspinnerei – gerade in Zeiten von Digitalisierung, Automatisierung und KI. Ganz gleich, ob die KI auf alles eine Antwort hat: Es braucht Menschen, die Fragen stellen, die in die Zukunft führen. Die Antwort des Coworking Kemnath werden weitere Veranstaltungen sein, die Menschen zusammenbringen und Themen gemeinsam anpacken. Denn gemeinsam arbeitet es sich weniger allein.

Ein kurzer Rückblick in Bildern:

📸 Rückblicke auf vergangene Barcamps

Unsere bisherigen Veranstaltungen waren immer ausgebucht – und haben gezeigt, wie viel Kraft in regionalem Wissen, Offenheit und guter Organisation steckt:

Das war unser Barcamp 2025!

Das war unser Barcamp 2024!

Das war unser Barcamp 2023!

Das war unser Barcamp 2022!